Andere starren stundenlang auf Kurse – ich habe mit diesem Open-Source-Panel Quant-Trading zum Nebenverdienst gemacht

Andere starren stundenlang auf Kurse – ich habe mit diesem Open-Source-Panel Quant-Trading zum Nebenverdienst gemacht
RichardsonDie größten Kosten für Privatanleger sind nicht die Ordergebühren – sondern die Informationsasymmetrie
Hast du schon mal nachgerechnet? Professionelle Marktdaten-Terminals kosten schnell mehrere hundert bis tausend Euro im Jahr – und was nutzt du davon wirklich? Screening, Monitoring, Backtesting. Drei Funktionen. Noch ärgerlicher: Deine Daten liegen auf fremden Servern. Deine Strategien, deine Review-Notizen – alles an ein Abo gekettet. Kündigst du, ist alles weg.
Ich kenne einen Trader, der nach Börsenschluss täglich zwei Stunden manuell Sektorrotationen und Momentum-Listen zusammengetragen hat, am Wochenende noch mal einen halben Tag Review. Drei Jahre lang. Im Kern hat er mit Handarbeit die Arbeit einer Maschine gemacht. Bis er den Prozess in ein Open-Source-Panel verlagert hat: zehn Minuten nach Schluss, fertig. Die gesparte Zeit steckte er in Review-Content – und baute nebenbei auf Substack und LinkedIn rund 20.000 Follower auf.
Genau das ist die Chance, die ich hier zerlege: Mit einer selbst gehosteten Open-Source-Quant-Workbench wird aus „Recherchefähigkeit” ein „monetarisierbares Asset”.
Vorab, ganz klar: Dieser Artikel richtet sich an Leute mit mindestens einem Jahr Börsenerfahrung, die nach Feierabend ein Content-Business aufbauen wollen. Absolute Anfänger können das Deployment mitmachen, aber beim Monetarisierungsteil brauchst du Grundlagen – oder du bleibst bei reinen Datenaufbereitungs-Formaten und lässt die Strategie-Interpretation bleiben.
Wo die Chance liegt: Das Tool ist gratis, wertvoll ist, was du damit produzierst
Auf GitHub gibt es das Projekt tick-stock-panel (Repo: https://github.com/shy3130/tick-stock-panel) – laut README über 5.000 Stars, MIT-Lizenz, von einer Einzelperson gepflegt. Offizielle Positionierung: „selbst gehostete, wartungsfreie Quant-Workbench für Screening, Monitoring und Backtesting”. Deployment als einzelner Docker-Container, alle Daten landen lokal in Parquet-Dateien, kein Cloud-Account nötig.
Es bringt 18 Screening-Strategien mit; klassische Indikatoren wie MA, MACD, RSI, KDJ laufen über eine Indikator-Pipeline, die alles in einem Durchlauf berechnet und auf Platte schreibt. Ein Scan über den gesamten Markt mit über 5.000 Titeln dauert Sekunden – auf deinem Rechner. Das Backtesting-Modul rechnet T+1, Gebühren, Slippage und Stop-Loss mit ein. Das ist entscheidend: Viele „Backtesting-Wunder” ignorieren Slippage und Kosten, liefern wunderschöne Kurven – und fallen im Live-Handel auf die Nase. Nach Börsenschluss zieht das Panel automatisch Momentum-Listen und Sektorrotationen und bietet dialogbasiertes KI-Review. Laut Quellpost funktionieren Tagesdaten sogar ohne API-Key, als KI-Backend lassen sich DeepSeek, Tongyi oder Ollama anbinden – das habe ich selbst nicht verifiziert, also teste das als Erstes nach dem Deployment.
Der Autor sagt selbst ausdrücklich: Das ist keine Anlagesoftware, keine KI-Aktientipps, nur für Lern- und Forschungszwecke. Das ist gut so – das Tool bleibt sauber, und deine Methodik und dein Content sind der legale Monetarisierungsraum.
Schritt 1: Panel hochfahren – eine Sache von zehn Minuten
Die Einstiegshürde ist lächerlich niedrig. Installiere Docker (falls nicht vorhanden: Docker Desktop von der Docker-Website, unter Windows und Mac einfach durchklicken; danach docker -v im Terminal – erscheint eine Versionsnummer, passt alles). Dann das offizielle Image ziehen:
1 | docker pull ghcr.io/shy3130/tickflow-stock-panel |
Der komplette Startbefehl (Port-Mapping, Volumes, Zeitzone) steht im Quickstart-Kapitel des READMEs. So sieht die übliche Variante aus, als Referenz:
1 | docker run -d \ |
Im Browser den lokalen Port öffnen – fertig ist die komplette Quant-Workbench: Markt-Dashboard, Watchlist-Gruppen, Strategie-Scans, Backtesting, Monitoring-Center, Momentum-Listen, alles in einem Panel. Die Daten liegen lokal; beim Rechnerwechsel hängst du das Volume um. Kein „Abo abgelaufen, Daten gelöscht”-Ärger.
Wenn du Docker komplett vermeiden willst: Nimm einen VPS für rund 5 € im Monat, deploye dort – dann kommen die Monitoring-Pushs auch aufs Handy. Sprachausgabe und Messenger-Pushs werden unterstützt, Kursausbrüche landen direkt in deiner Tasche, ohne dass du auf den Bildschirm starrst.
Schritt 2: Mach mit Backtests aus deinem „Bauchgefühl” einen „Beweis”
Die Strategien der meisten Privatanleger bleiben bei „ich hab da so ein Gefühl”. Der Wert dieses Panels: Es zwingt dich, das Gefühl prüfbar zu machen. Eingebaute Strategien scannen den Gesamtmarkt per Klick, eigene Signale lassen sich aus Bedingungen kombinieren, und der Backtest-Report liefert direkt die drei brutalsten Kennzahlen: Equity-Kurve, maximaler Drawdown, Trefferquote – plus ein Bündel weiterer Metriken.
Keine Angst vor dem Vokabular, hier die Übersetzung:
- Sharpe Ratio: Wie viel Rendite pro eingegangener Risikoeinheit. Niedriger Wert = du bezahlst mit Nerven.
- Monte-Carlo-Drawdown: Simuliert Serien von Pechsträhnen und zeigt, wie tief es maximal runtergehen kann.
- IC/IR: Zeigt, ob dein Indikator überhaupt Aussagekraft hat. Wenn nicht – weg damit.
- Parametersensitivität / Walk-Forward-Validierung: Anderen Zeitraum, leicht veränderte Parameter, nochmal laufen lassen. Funktioniert die Strategie nur zufällig in einer bestimmten historischen Phase?
Konkretes Beispiel: Du vermutest, dass „Rücksetzer zur 20-Tage-Linie bei sinkendem Volumen” in Seitwärtsphasen funktioniert. Also Bedingungen in der Signalbibliothek konfigurieren, erst Faktor-Backtests zum Aussortieren wirkungsloser Indikatoren, dann Strategie-Backtest über drei Jahre, zuletzt Parametersensitivität. Bricht die Rendite bei minimaler Parameteränderung ein, war es Overfitting-Glück – Strategie beerdigen. Ergebnisse lassen sich als CSV exportieren, archivieren und per Klick erneut testen.
Wenn dieser Prozess läuft, besitzt du etwas, das andere nicht haben: dokumentierte Strategie-Studien mit sauberer Datenmethodik und Attribution.
Schritt 3: Aus Recherche wird Cashflow
Das Tool selbst verdient kein Geld – drei abgeleitete Wege tun es. Erst die kalte Dusche: Nur eine Minderheit zieht das durch, der Hauptkostenfaktor ist Zeit, die Cold-Start-Phase kann Monate dauern, und die Nische „Quant-Content” ist bereits umkämpft. Die folgenden Zahlen sind typische Preisspannen aus meiner Beobachtung der Szene, keine Einkommensversprechen.
Weg eins: Content-Monetarisierung. KI-Review, Momentum-Listen und Sektorrotation nach Börsenschluss sind fertiges Content-Material. Zwanzig Minuten täglich, daraus eine Review-Notiz bauen: „Marktstimmung heute + Struktur der Momentum-Listen + Beobachtungen für morgen”. Ab auf Substack, LinkedIn und Lemon8. Solche Inhalte sind in der Anleger-Community harte Währung. Meiner Beobachtung nach kommen etablierte Newsletter mit ein paar tausend Abonnenten über Werbung plus Community auf einige hundert Euro im Monat – unter der Bedingung, dass sie die Cold-Start-Phase überleben. Die meisten Accounts sterben genau dort.
Weg zwei: Skills als Dienstleistung. Deployment beherrschen, Strategien konfigurieren, Backtest-Reports lesen können – das ist eine rare Fähigkeit. Auf eBay-Kleinanzeigen, Fiverr oder Twago liegen Aufträge wie „Backtest durchführen” oder „Strategie validieren” meiner Beobachtung nach typischerweise zwischen 150 und 1.000 €. Die Kunden: Berufstätige mit Depot, aber ohne Zeit. Du lieferst den exportierten Report plus eine Seite Interpretation.
Weg drei: Prozesse verkaufen, nicht Code. Paketiere „Docker-Deployment + Datenquellen-Setup + Strategie-Templates + Review-Templates” als Kurs oder Abo auf Patreon oder Steady. Das Tool ist MIT-lizenziert und gratis – du verkaufst die Dutzende Stunden, die deine Kunden sonst in Fallstricke investieren.
⚠️ Die Compliance-Grenze, extra hervorgehoben:
Nur Daten-Reviews und Stimmungsprotokolle, niemals konkrete Kaufempfehlungen. „Was ich heute im Review festgehalten habe” und „was du kaufen solltest” sind zwei verschiedene Dinge – Letzteres ist unerlaubte Anlageberatung und die einzige rote Linie, die dich auf diesem Weg wirklich stürzen lassen kann. Keine konkreten Kauf-/Verkaufsempfehlungen im Content, keine Screenshots à la „wer mir folgte, hat gewonnen”, keine Mitgliedschaften mit Renditeversprechen. Merksatz: Du verkaufst Methodik und Informationsaufbereitung, keine Tickersymbole.
Praxisbeispiel: Wie ein Quant-Content-Account nach Feierabend hochgezogen wurde
Der eingangs erwähnte Bekannte ist diesen Weg gegangen: Woche eins – Panel deployt, alle 18 eingebauten Strategien durchgetestet. Ab Woche zwei – täglich ein 800-Wörter-Review mit festen Rubriken „Einordnung des Stimmungszyklus + Aufschlüsselung der Momentum-Listen”, parallel auf Substack und LinkedIn. Monat drei – über 5.000 Follower, dazu eine Review-Community für 99 € im Jahr, in der er täglich die Panel-Daten und Monitoring-Aufzeichnungen postet. Nach einem halben Jahr: über 400 Community-Mitglieder, plus Werbeeinnahmen und zwei Backtest-Aufträge – laut seiner Aussage stabil rund 4.500 € Nebeneinkommen im Monat. Sein O-Ton: „An der Börse verdiene ich kaum mehr, aber die Beschäftigung mit der Börse verdient jetzt selbst Geld.”
Wichtig: Das ist ein einzelnes Beispiel aus meinem Umfeld, die Zahlen sind seine Angaben, keine Garantie für Replizierbarkeit. Er hat es geschafft – zur Hälfte durch Disziplin, zur Hälfte, weil die Nische damals weniger voll war. Die echte Einstiegshürde ist nicht Technik, sondern die Disziplin, jeden Tag nach Börsenschluss zu liefern. Das Panel drückt die Produktionskosten auf zwanzig Minuten – der Rest ist die Frage, ob du ein halbes Jahr ohne Unterbrechung durchhältst.
Was du heute Abend tun kannst
Öffne https://github.com/shy3130/tick-stock-panel, gib einen Star, zieh das Image, starte den Container. Denk noch nicht ans Geldverdienen – nimm dir eine Woche und lass alle 18 eingebauten Strategien durch den Backtest laufen. Schau dir an, wie echte Daten aussehen. Du wirst sofort verstehen, warum 90 % der „Guru-Strategien” an Slippage und Gebühren scheitern. Wer das versteht, ist den meisten bauchgefühlgesteuerten Anlegern bereits voraus. Das Tool ist gratis – die einzige Hürde ist, ob du heute Abend anfängst.









